Weiterführende Schule für Heidesheim
In den Neubaugebieten in Uhlerborn, Heidenfahrt und Wackernheim, aber auch im alten Ortskern von Heidesheim leben viele Familien mit kleinen und größeren Kindern. Seit Jahren gibt es leider keine weiterführende öffentliche Schule mehr. Die vorhandenen Schulen im Umkreis sind zu groß – und dennoch nicht groß genug.
Eine neue weiterführende Schule vor Ort ist daher wichtig für die Vielfalt und Qualität der Ausbildung unserer Kinder. Auch die örtlichen Geschäfte und das kulturelle Leben würden davon profitieren. Ein geeigneter Standort wäre in der Nähe der Sportanlage.
Heidesheim ist eine wachsende Gemeinde
Seit Mitte der 1980er Jahre zog es viele junge Familien in den verkehrstechnisch sehr günstig gelegenen Ort. Nach der Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes sprechen die Entwicklung der Geburten und der positive Wanderungssaldo, d.h. der Netto-Zuzug von Menschen nach Heidesheim, für eine Fortsetzung des Trends. Zudem wird die Zuwanderung von Flüchtlingen seit 2015, welche noch nicht in die amtlichen Prognosen einfließen konnten, diese Entwicklung fördern.
Beliebte Schulformen sind überlastet
Der wachsenden Bevölkerung im schulpflichtigen Alter steht eine sehr kritische Auslastung derjenigen Schultypen gegenüber, die von den Eltern stark nachgefragt werden. Das nächste Gymnasium, das von Heidesheim aus erreichbar ist, d.h. das Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim, ist seit vielen Jahren das größte Gymnasium in Rheinland-Pfalz. Mit ca. 1.800 Schülerinnen und Schülern ist es mehr als doppelt so groß wie ein durchschnittliches Gymnasium in Deutschland (ca. 750 Schülerinnen und Schüler). Die zweite, nach einer Elternbefragung beliebteste Schulform, d.h. die Integrierte Gesamtschule, kann bei weitem nicht alle Kinder aufnehmen, deren Eltern diese Schulform wünschen. So musste die IGS in Ingelheim für das Schuljahr 2018/19 vierzig Kinder mit einer Gymnasialempfehlung ablehnen. Das Schulangebot der Nachbarkommunen, vor allem die Schulen der Stadt Mainz, hat ebenfalls schon lange eine kritische Auslastung erreicht.
Bedarfssituation der Eltern
Seit vielen Jahren wurden in Heidesheim im Zuge der Entstehung von Neubaugebieten immer wieder die Kindergärten ausgebaut. Die Grundschule nahm ebenfalls mehr Schülerinnen und Schüler auf. Ein öffentliches Angebot im Bereich der weiterführenden Schule besteht in Heidesheim nicht. Sehr viele Eltern empfinden diese Angebotssituation als unbefriedigend. In einer vom Bündnis Lebenswertes Heidesheim initiierten Umfrage zeigten Ende März 2018 fast 300 Eltern, die knapp 530 Kinder vertreten, Interesse an einer weiterführenden Schule in Heidesheim. Die beliebtesten Schulformen waren die IGS (50 %) und das Gymnasium (36 %).
Bedarfssituation der Unternehmen
Neuen Herausforderungen im gesellschaftlich-ökonomischen Umfeld, vor allem die steigende Anzahl von Haushalten, in denen beide Elternteile berufstätig sind, die Internationalisierung, die Digitalisierung und die Multikulturalität, erreichen zunehmend Heidesheim. Nicht nur große Arbeitgeber der Region wie Boehringer Ingelheim, Schott und multinationale Unternehmen auf der anderen Rheinseite, sondern auch viele klein- und mittelständische Betriebe sind hiervon betroffen. Investitionen im Schulbereich erhöhen die Standortattraktivität für die Arbeitgeber. Diese müssen sich einem harten internationalen Wettbewerb und dem War for Talents stellen. Stagnierende Ausgaben im Bildungsbereich könnten eine Abwanderung von Unternehmen auslösen, die auf Dauer auch eine Abwanderung der Wohnbevölkerung nach sich zieht. Es besteht die Gefahr, dass diese Effekte den Wohlstand der Region durch wegbrechende Steuereinnahmen stark belasten. Da die Vergrößerung der bestehenden Schulen längst an eine Grenze gestoßen ist, erscheint ein Neubau von Schulen im Kreis geboten. Hierdurch ließen sich in fachlicher und pädagogischer Hinsicht neue Akzente setzen, um die Workability zu stärken. Das bestehende Schulangebot könnte ergänzt und aufgewertet werden.
Positiver Beitrag zur Ortsentwicklung
Heidesheim wird nach Umsetzung der Eingemeindung in die Stadt Ingelheim der mit Abstand größte Stadtteil sein. Die etwa 10.000 Einwohner umfassende Kommune ist über 1.250 Jahre gewachsen und zeichnet sich durch ein sehr aktives Vereinsleben aus. Bisher sind den Menschen in der Ortsmitte Einkaufsmöglichkeiten, Handwerksbetriebe sowie Dienstleistungen erhalten geblieben. In Anbetracht der wachsenden Anzahl älterer Menschen ist diese Nahversorgung kein Luxus, sondern unbedingt notwendig. Der Erhalt von Lebensqualität und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts sowie beschäftigungspolitische Multiplikatoreffekte sind starke Gründe, die für den Bau einer weiterführenden Schule in Heidesheim sprechen. Wegen dieser Gründe findet er eine breite Unterstützung in Heidesheim und Wackernheim. Über 700 Menschen haben die Petition mit dem Ziel der Gründung einer weiterführenden Schule in Heidesheim unterschrieben.
Sehr günstig gelegener Schulstandort vorhanden
Ein großer Kostenblock ist bei schulischen Bauvorhaben die Sportanlage. In Heidesheim wäre sie im Falle des Schulstandortes in der Nähe der Jakob-Frey-Sportanlage bereits vorhanden. Der Schulstandort ist verkehrstechnisch perfekt angebunden. Parkmöglichkeiten wären vorhanden. Lärmbelastungen von Anwohnern wären trotz der sehr verkehrsgünstigen Lage kein Thema. Zudem ließen sich mit überschaubarem finanziellen Aufwand Fahrradwege von der Ortsmitte bis zu der Schule erweitern bzw. neu schaffen. Fahrradwege zu den Ortsteilen Wackernheim und Heidenfahrt bestehen bereits.
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Tilda